Die Welt ist vielfältig. Lignin auch.

Eine kurze Einführung in einen unterschätzten Rohstoff

Was ist Lignin?

Lignin ist ein komplexes Biopolymer und der Hauptbestandteil verholzter Pflanzen. Es fällt ihn hohen Mengen weltweit als Nebenprodukt an.

Aber Lignin ist nicht gleich Lignin. Lignin unterscheidet sich in seiner molekularen Struktur und seinen chemischen Eigenschaften je nach Rohstoffquelle, beispielsweise Nadelholz, Laubholz oder Gräsern.

Auch das Herstellungs- bzw. Extraktionsverfahren, etwa Kraft-, Organosolv-, Soda- oder Hydrolyseverfahren, beeinflusst die Struktur und Eigenschaften des gewonnenen Lignins maßgeblich.

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Lignin ist nach Zellulose das zweithäufigste Biopolymer an Land.

Ein ungenutzter 
Rohstoff

Lignin fällt bei der Herstellung von Zellulosefasern und Bioethanol als Rohstoff an. Es steht uns also in großen Mengen zur Verfügung – ohne zusätzliche Umweltbelastung.

Lignin wandelt sich aktuell vom massenhaften Nebenprodukt der Industrie zum begehrten, biobasierten Rohstoff. Bislang werden weltweit jährlich rund 50 Millionen Tonnen Lignin überwiegend verbrannt, um Energie zu erzeugen. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien rückt seine stoffliche Verwertung in den Fokus, um Erdöl zu ersetzen und CO₂-Emissionen zu senken.

98
%
~98 % des Biopolymers Lignin wird aktuell einfach verbrannt.

Warum blieb es 
bisher ungenutzt?​

Ein Grund warum Lignin noch nicht in mehr Alltagsgegenständen zu finden ist, ist, dass es eine so große Bandbreite an Eigenschaften aufweist und differenziert werden muss, welches Lignin für welche Materialanwendung in Frage kommt.

Das Potenzial ist hoch aber es ist auch ein natürliches Polymer, welches natürlichen Schwankungen unterliegt, sodass nicht immer eine gleichbleibende Qualität garantiert werden kann. Die Herausforderung das Polymer in industrielle Anwendungen zu bringen ist also groß.

Dennoch sehen wir in Lignin einen wichtigen Baustein für die Materialwende innerhalb der Bioökonomie.

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60-65% des Biopolymers Lignin bestehen aus Kohlenstoff.

Gamechanger der Bioökonomie

Lignin ist der größte erneuerbare Pool an aromatischen Bausteinen auf der Erde und könnte somit viele fossile Aromaten in der Materialentwicklung ersetzen.

Als natürlicher Bestandteil von Lignocellulose verleiht es Pflanzen Stabilität, UV-Schutz und chemische Resistenz. Lignin hat es Pflanzen schließlich erst ermöglicht in die Höhe zu wachsen. Zudem ist es für Pilze und Bakterien schwer abbaubar, wodurch es essenziell zur CO₂ Speicherung bei der Humusbildung beiträgt.

Heute wird es als hochfunktionaler Rohstoff für die nächste Generation nachhaltiger Materialien erprobt – von Bio-Kunststoffen bis zu Leichtbau Materialien.

Lignin als Lederalternative, im nachhaltigen Möbelleichtbau oder als Plastikersatz.

Multitalent Lignin

Strukturelle Vielfalt & Funktionalitat

Strukturelle Vielfalt & Funktionalitat ​

Lignin ist kein einheitliches Polymer, sondern eine Gruppe komplexer, aromatischer Moleküle – ideal für maßgeschneiderte Materialien.
Innere Eigenschaften
steuerbar

Steuerbare Eigenschaften


Durch gezielte Funktionalisierung und Kombination mit Cellulose, Hemicellulose, PLA oder Proteinen lassen sich mechanische, thermische und chemische Eigenschaften präzise einstellen.
Nachhaltig & kreislauforientiert

Nachhaltig & kreislauforientiert​

Erneuerbare Ressource, geringe Toxizität, enzymatisch abbau- und recycelbar – ideal 
für Green Chemistry und Circular Economy.
Industrietauglich & skalierbar

Industrietauglich & skalierbar​

Bereits in Anwendungen wie Klebstoffen, Polyurethanen, Epoxiden, Hydrogelen, 
3D-Druckpasten und Baustoffen im Einsatz – 
mit steigender Prozessreife.
Perfekter Kohlenstoffspeicher

Perfekter Kohlenstoffspeicher​

Lignin eignet sich zur langfristigen Speicherung von Kohlenstoff in materialtechnischen Anwendungen. So leisten Produkte aus Ligninmaterialien einen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen.
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